Musik liegt in der Luft: Erfräulich

Wie in anderen Ländern und Regionen gehört Musik natürlich auch im Weinviertel geradezu zum Kulturgut. Kaum ein Dorf ohne Chor oder Musikkapelle, kaum eine Veranstaltung, die nicht stimmungsvoll musikalisch begleitet wird. Musik begleitet den Menschen bereits von der Wiege an — sie spendet Trost, beruhigt, unterhält und verbindet.

Waren es in den Nachkriegsjahren anfangs vor allem Männer, die sich in Gesangsvereinen zusammentaten, haben längst auch die Frauen ihre Stimmen erhoben. Gleich sieben von ihnen haben sich zum Vokalensemble ›Erfräulich‹ zusammengefunden, das heuer bereits sein zehnjähriges Jubiläum feiert. Entsprungen ist das fesche Septett dem gemischten Chor „Collegium Vocale Marchfeld“, in dem die Damen — Absolventinnen des Gänserndorfer Gymnasiums — gemeinsam gesungen hatten. 2005 wurde der Wunsch nach mehr weiblicher Note wach und so formierten sich die stimmstarken Damen zum eigenen Ensemble, das heute noch in gleicher Besetzung erfreut.

Wenngleich die sieben Frauen mit Marianne Dichtl (Mezzosopran) sogar eine Frau Kapellmeister an Bord haben, gibt es in der Gruppe keine Chefin. Entschieden wird gemeinsam und das schon seit zehn Jahren. „Obwohl wir sehr unterschiedliche Persönlichkeiten sind, klappt das eigentlich ganz gut“, freut sich Doris Stohl (Alt) über den guten Zusammenhalt. Und Bettina Weiss-Hrabal (Alt) nimmt gleich die nächste Frage vorweg: „Wir verstehen uns so gut, dass wir sogar miteinander streiten können!“

Begonnen hat das ›erfräuliche‹ Ensemble als Damenchor mit sehr klassischen Inhalten, vom Blatt gesungen. „Das wurde uns aber dann bald zu langweilig und wir wollten auch mehr Kontakt zum Publikum“, erzählt Christina Tilser (Sopran). Die Notenständer bildeten da doch eine Barriere zur Zuhörerschaft, die die Damen gerne durchbrechen wollten. Längst ist das bravourös gelungen und die Weiterentwicklung vom klassischen Chor zum Musikkabarett kommt beim Publikum gut an. „Dabei können wir jetzt auch unserer eigenen Persönlichkeit Ausdruck verleihen“, erklärt Eva Wiesinger (Alt), die seinerzeit maßgeblich an der Gründung des Ensembles beteiligt war und auch im Krankenhauschor im Landesklinikum Mistelbach engagiert ist.

VOLLES PROGRAMM

Dafür, dass ein Programm eine runde Sache wird, die einzelnen Lieder miteinander harmonisch verbunden werden und jede der sieben Damen ihre passende Rolle spielen kann, sorgt Sabine Berthold-Pfalz (Sopran), die die Regieanweisungen  schreibt. „Anfangs waren einige von uns ein bisserl in Sorge, dass wir uns die Texte womöglich nicht merken werden, aber mittlerweile ist das überhaupt kein Thema mehr“, lacht Frohnatur Edith Vogl (Mezzosopran). „Wohingegen die Frage der passenden Garderobe immer ausführlich diskutiert wird!“ Denn ihr Outfit haben die sieben feschen Sängerinnen schon zu einer Art Markenzeichen erhoben: Edles Schwarz wird mit Accessoires einer passenden Farbe nach Wahl untermalt.

VOLLER KALENDER

Über einen Mangel an Auftritten kann sich das fröhliche Septett nicht beklagen. „Wir singen bei Hochzeiten und Firmenfeiern, Geburtstagsfesten und Buchpräsentationen ebenso wie bei den eigenen Aufführungen“, so Doris Stahl. Dazu kommen die regelmäßigen Termine zum Proben und das zeitaufwändige Einstudieren des neuen Programms, mit dem die Damen alle zwei Jahre für neue Unterhaltung sorgen. „Das neben Familie und Job regelmäßig unterzubringen, ist nicht immer so einfach“, gibt Bettina Weiss-Hrabal zu, die für die heutige Probe ihr Stüberl zur Verfügung gestellt hat.

Doch den feschen Sieben gelingt es  nun schon zehn Jahre lang, alles unter einen Hut zu quetschen, so darf man sich wohl auch weiterhin auf den einen oder anderen lustigen Abend mit erfräulicher A Capella-Unterhaltung freuen. Aktuelle Termine sind immer rechtzeitig online auf www.erfraeulich.at zu finden.

Aus der Wein4tlerin Sommer 2016

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