Europe4kids: London

3156Tower, Big Ben, London Eye … wenn Kinder im Englischunterricht davon lernen und die englische Sprache zunehmend für sich erobern, ist es Zeit, einen Städtetrip nach London zu buchen. Reisen bildet ja bekanntlich und in diesem Fall vertieft es noch zusätzlich Schulwissen auf eine besonders schöne Art. Wir haben London mit der ›jungen Wein4tlerin‹ für Sie besucht und bringen Ihnen Impressionen mit, die Appetit auf mehr machen!

Eine Weltstadt wie London mit Kindern an einem Wochenende möglichst gut kennenzulernen, erfordert spezielle Maßnahmen. Einerseits soll keine Langeweile aufkommen, es darf auch nicht zu anstrengend sein, Abwechslung ist gefragt und Unterhaltung sowieso. Die perfekte Strategie dafür haben wir bei Cycle Cities gefunden: London by bicycle! Schneller als zu Fuß, informativer und langsamer als mit einem der vielen Sightseeing-Busse, die durch die Innenstadt fahren, erobert man das Stadtzentrum von London in einer dreistündigen – auf Wunsch deutschsprachigen – Stadtführung. Unser herzlicher Guide heißt Christoph, studiert in London und finanziert das teure Leben hier als Fahrrad-City-Guide.

IT’S RAINING CATS AND DOGS

Es ist kein Witz: Kaum jemanden sieht man hier ohne Schirm durch London hasten, bloß wir haben in Weinviertlerischem Gottvertrauen keinen Regenschutz eingepackt. Umso trauriger sind wir, als wir am Morgen von strömendem Regen geweckt werden und befürchten, dass unsere gebuchte Radtour sprichwörtlich ins Wasser fallen wird. Doch – wie unser City-Guide Christoph später erklärt – so schnell es in London aus heiterem Himmel zu regnen beginnen kann, so schnell hört es auch wieder auf. Und tatsächlich haben wir Glück – als unsere Tour um zehn Uhr startet, ist der Regen vorüber und es bleibt auch den ganzen Tag über trocken.

Wir beginnen die Rundfahrt in Southbanks, am Südufer der Themse, wo wir unsere Fahrräder ausfassen und der Fluss tatsächlich bei Ebbe einen Strand hat. Hier konnten Schiffe gut be- und entladen werden, weshalb in dieser Gegend Industriebetriebe angesiedelt sind. Die großzügige Promenade lädt mit zahlreichen Cafés zum Verweilen ein und ist Sommer wie Winter Anziehungspunkt für Freizeitaktivitäten Londoner Familien. Aber auch Touristen kommen in Scharen hierher, findet man doch hier das London Aquarium, London Dungeon und das berühmte London Eye, das weltgrößte einarmige Riesenrad. Fabelhaft ist hier der Ausblick auf die Londoner Brücken, die gegenüberliegenden Houses of Parliament und den Elizabeth-Tower mit Big Ben, dessen Glockenklang uns noch begleitet, als wir durch den Stadtteil Westminster radeln. 15 Millionen Pfund bezahlt man hier für eines der reizenden, kleinen Stadthäuser, an deren Fassaden noch alte Hinweise auf die öffentlichen Luftschutzkeller aus Kriegszeiten zu finden sind. Vorbei am Anwalts- und Schulviertel, wo Szenen von Harry Potter gedreht wurden, was die junge Wein4tlerin natürlich tief beeindruckt.

BÄRENMÜTZEN & STRASSENKÜNSTLER

Perfekt getimt erreichen wir Buckingham Palace wie hunderte andere Menschen auch, exakt zur Zeit der Wachablöse. Doch unser Stadtführer kennt ein Plätzchen, von dem aus wir die Bärenmützen und ihr beeindruckendes Ritual auf Tuchfühlung erleben können. Durch den royalen St. James’s Park in dem teilweise Rad fahren untersagt ist, geht es weiter in Richtung Piccadilly Circus und Royal Academy.

Wir passieren Soho und Chinatown und lassen uns vom schnellen Szenenwechsel dieser Stadt beeindrucken. Hinter der nächsten Straßenkreuzung darf man hier auf neue Atmosphäre gespannt sein. Im alten Künstlerviertel Covent Garden machen wir Pause – an jeder Ecke ziehen hier Straßenkünstler unsere Aufmerksamkeit auf sich: Pantomime, Gesang, Kabarett – es fällt uns schwer, uns wieder in den Sattel zu schwingen und wir beschließen, am Nachmittag nochmals zurückzukehren, um diese ganz besondere Stimmung in Soho, Chinatown und Covent Garten ein wenig länger zu genießen.

Durch die City of London, dem alten Zentrum der Stadt, das heute noch eine eigene Stadtverwaltung, einen eigenen Bürgermeister und eigene Regeln hat, radeln wir an der geschichtsträchtigen St. Paul’s Cathedral vorüber und landen über der ›Wackelbrücke‹ Milleniumsbridge wieder in Southbanks. Schweren Herzens trennen wir uns hier von unseren Fahrrädern, die es uns in so kurzer Zeit ermöglicht haben, so viel von London kennenzulernen. Räder gibt es in London aber ohnehin quasi an jeder Straßenecke. An eigenen Dockingstations kann man sich mit Kreditkarte unkompliziert eines ausleihen und es andernorts an einer solchen Station wieder abstellen. Das Netz an Radwegen ist in London sehr gut ausgebaut und auch die Autofahrer üben sich gegenüber den Radlern in britischer Höflichkeit.

WESTEND INTENSIV

Wir ziehen es trotzdem vor, mit der U-Bahn zurück zum Piccadilly Circus zu fahren und von dort aus noch einmal auf eigene Faust Soho, Chinatown und Covent Garden genauer zu erkunden und der jungen Wein4tlerin anschließend Einblicke in die monumentale Shoppingwelt von Harrod’s zu gönnen. Bald ist uns klar, dass eine so große, spannende Stadt wie London ohnehin nicht an einem einzigen Wochenende erfasst werden kann, also nehmen wir uns lieber Teilbereiche vor und planen ein Comeback.
Nachdem wir noch stundenlang durch die Stadtviertel gewandert sind, besteht die junge Weinviertlerin auf einem Besuch in ›Ripley’s Believe it or not‹, wohl weil die lustige Bobby-Figur am Eingang weiß, ihr Klientel erfolgreich anzusprechen. Nicht ganz ohne ist der Eintrittspreis (£ 30/Erw., £ 20/Kind, Preisnachlass bei online-Buchung), doch das Kuriositäten-Museum zeigt auf mehreren Stockwerken tatsächlich allerhand Sehenswertes, ein Spiegelkabinett macht den Aufenthalt für Kinder zusätzlich noch um einen Tick witziger.

Tower und Tower Bridge liegen ganz in der Nähe von unserem Hotel und waren daher die ersten Ziele unserer Sightseeing-Tour am Nachmittag unserer Ankunft. Für den letzten Tag stehen vor unserem Abflug noch ein Besuch bei Madame Tussauds und eine Reise nach Notting Hill am Programm, bevor wir uns wieder in Richtung Heathrow auf den Heimweg machen. Diesmal per U-Bahn was unwesentlich länger dauert, aber deutlich billiger ist als der Heathrow-Express und obendrein mehr Ausblick auf Stadt und Menschen bietet.

London-Fazit der jungen Wein4tlerin: Einfach toll! Und was war am schönsten? „Die Fahrrad-Tour!“ Na bitte, ein heißer Tipp!

Aus der Wein4tlerin Sommerausgabe 02/14

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