Weinviertler Kräuterhexe, die 1.

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Weinviertler Kräuterhexe, die 1.

laptop studiesHeute war es soweit: Der heiß ersehnte Kräuterlehrgang im Kräuterdorf Neuruppersdorf hat begonnen und nun sitze ich hier mit rauchendem Kopf. Nach vier Stunden  Pflanzenkunde – zwei davon in der Praxis bei einer Kräuterwanderung – mit dem Experten Mag. Gregor Dietrich von Natur im Garten. Höchstens zehn Prozent – so der Profi – von all dem, was hier im Weinviertel wächst und gedeiht, haben wir heute kennengelernt. Höchstens!

Volles Programm gleich zum Einstieg: Vom wissenschaftlichen Namen, über gezackte, gezahnte, gekerbte und glattrandige Blätter, vom Unterschied zwischen Blüte und Blume, von Dornen und Stacheln, und von Amaranth und Gemeinem Bocksdorfn (Goji!), der wild bei uns wächst, haben wir heute gelernt. Und davon, wie man Pflanzen richtig bestimmen kann, was schließlich von größter Wichtigkeit ist, wenn man sich aufmachen will in die Natur, um Wildpflanzen zu sammeln.

Auf zur ersten Kräuterwanderung
Mit Gregor Dietrich haben wir uns gleich einmal vor die Haustür begeben (wie es in den Kursunterlagen avisiert wurde). Und tatsächlich: Man muss nicht weit gehen, im Kräuterdorf, um die Schätze von Mutter Natur zu finden. Gleich vor dem nächsten Weinkeller wächst die erste große Heilpflanze – die Brennnessel. Sie steht uns für vieles zu Diensten: Als Tee ist sie ebenso beliebt, wie als Spinat auf dem Teller, viele kennen sie auch als hilfreiches Kraut gegen so manch unerwünschten Gast wie der Blattlaus auf den Gartenpflanzen. Und hier erfahre ich ganz nebenbei, dass die Gerüchte, die rund um die Brennnessel durch die sozialen Netzwerke geisterten, tatsächlich wahr sind! Die EU hat den Einsatz von Brennnesseljauche gegen Schädlinge verboten. Nein, nein, nicht etwa den Verkauf derselben, sondern die Anwendung. Gregor Dietrich klärt uns auf: Wer einen übellaunigen Nachbarn hat, der einem Böses will, hat sich fortan gut vor diesem zu verstecken, während er mit Brennnesseljauche auf seine Blattläuse losgeht. Denn sonst kann dies mit Strafe enden! Da haben sich die Pflanzenschutzmagnaten etwas gar Feines ausgedacht – und auch wenn es sich wie ein Schildbürgerstreich liest, ist es doch die traurige Wahrheit … Wie es aussieht, werden wir also in nächster Zeit noch fleißig so manche Petition unterschreiben müssen, um unsere persönliche Freiheit im Umgang mit unserer Pflanzenwelt zu wahren!

Doch wir Kräuterhexen und Kraudara in spe können uns gar nicht lange aufhalten bei der ameisensäurehältigen Brennnessel, denn schon geht’s ein paar Meter weiter, wo wir uns an der Schafgarbe erfreuen dürfen. Denn just die Hügel-Wiesenschafgarbe (Achillea collina), die besonders reich an wunderbaren Inhaltsstoffen ist, wächst bei uns im Weinviertel!

Gut zwei Stunden durchwandern wir die Umgebung und ich erfreue mich an meinen geschärften Sinnen. Die Naturhecke entlang des Weges ist plötzlich nicht mehr nur eine Hecke: Kreuzdorn (Achtung!), Schneeball, Hollunder, Brombeeren, Attich, Hagebutten, Schlehen … eine unglaubliche Vielfalt an Grün, an Blättern und Beeren tut sich hier auf und einmal mehr kann ich mein Glück kaum fassen, in diesem wunderbaren Weinviertel gelandet zu sein.

Jetzt habe ich eine Woche Zeit, um das Gehörte zu verdauen und die üppigen Empfehlungen der Bücherliste nach meinen neuen Wunschexemplaren zu durchforsten, bis es in der kommenden Woche mit Rosa Leisser und der Kräuterverarbeitung in die nächste Runde geht. Die Vorfreude wächst schon heute …

4. September 2013|Schlagwörter: |0 Kommentare

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