die schönsten Seiten im Weinviertel

Lady Sunshine

Schon viele Jahre begeistert mich das herzliche Lachen von Chris Heller. Seit ich seine Tochter, Elisabeth ›Lisi‹ Heller kenne, weiß ich, dass es quasi genetisch bedingt ist und dass ich selten einen so treffenden Künstlernamen gehört habe. Denn Lisi Heller ist ein echter Sonnenschein. Nicht nur auf der Bühne.

Obwohl ich im Weinviertel ja wirklich viel unterwegs bin, haben sich unsere Wege in all den Jahren nie gekreuzt. Bedauerlich, denn Elisabeth Heller kennenzulernen, ist wahrlich eine Bereicherung. Nicht nur ihre betörende Stimme, ihre sprühende Energie und Fröhlichkeit – auch die Show, die sie zusammen mit ihrem Partner Oliver Timpe als „Lady Sunshine & Mister Moon“ auf noch so kleine (und natürlich auch große) Bühnen bringt, ist magnetisierend.

ERZÄHLT VON LILLY DIPPOLD

Als Tochter von Chris Heller, dem musikalischen Weinviertler „Urgestein“, wurde der Lisi die Musik gemeinsam mit ihrem herzlichen Lachen in die Wiege gelegt. Und auch, wenn das fesche Multitalent das lange nicht so gerne gehört hat, weil sie als eigenständige Künstlerin und nicht als „die Tochter vom Heller“ wahrgenommen werden wollte, kann sie das „Heller-Gen“ heute mit einem stolzen Lächeln bestätigen.

Der Weg ihrer töchterlichen Emanzipation führte sie – nach jährlichen Musicalauftritten ab dem zarten Alter von sechs Jahren – über das musikalische Gymnasium ans staatliche Konservatorium, um dort Musical zu studieren. Auch wenn es nicht auf Anhieb klappte mit der Aufnahme, ist Elisabeth Heller doch stolz darauf, dass sie sich letztlich unter zweihundert Bewerbern durchsetzen konnte, denn die Plätze sind nur einer Handvoll Auserwählten vorbehalten. „Darüber wunder ich mich noch heute“, witzelt sie, „denn ich konnte mit 18 Jahren überhaupt nicht singen.“

Keine Ahnung, wie ich es ans Konservatorium geschafft habe.
Ich konnte mit 18 noch gar nicht singen!

Elisabeth Heller

Was all jene wohl nicht so bestätigen würden, die sie schon in den Kinderschuhen in Staatz als „kleine Fee“ in Papas Produktionen bewundert hatten. Oder jene, die der Lisi mit ihrer Coverband bei zahlreichen Weinviertler Festln als nächtlicher Live-Einlage applaudierten. Aber sie winkt ab: „Nein wirklich, es war eine Katastrophe und ich war total unsicher!“ Schwer vorstellbar, wenn man erlebt, wie stimmgewaltig sie als Lady Sunshine mit ungeheurer Präsenz die Bühne und das Publikum für sich einnimmt.

Ungefähr ebenso schwer vorstellbar ist allerdings Lisi Hellers musikalischer Abstecher in die Rockszene, wenn man sie heute als Schlagersängerin erlebt. Und doch: Gemeinsam mit ihren Brüdern Max und Matthias tourte die hübsche Blondine als Frontfrau der Rockband „Kung Fu Kitty“ von 2009 bis 2014 erfolgreich durch Österreich und Deutschland.

„Ich erinnerte mich damals plötzlich daran, dass in meiner Ausbildung jemand zu mir gesagt hatte: Worauf wartest du noch? Mach es doch einfach!“ Die Songtexte, die daraufhin ihrer Feder entsprungen waren, riefen nach Veröffentlichung und die Band ihrer Brüder drängte sich dazu förmlich auf. „Es war eine tolle Zeit, die ich nicht missen möchte. Ich bin total abgegangen auf der Bühne“, grinst Lisi Heller in Erinnerung an eine wilde Epoche in ihrem Leben, die sie 2014 sogar auf die Bühne am Donauinselfest führte.

Lisi und die LIEBE

Auf einen Workshop in Deutschand, zu dem die Jahrgangsbesten eingeladen waren, flog Amor mit. Elisabeth – eine der Auserwählten – traf Oliver Timpe. Und Amor zielte …

Anfangs pendelten die beiden mal er nach Österreich, mal sie nach Deutschland und jeder machte so sein Musik-Ding. „Dann wurde aus dem Nebeneinander langsam ein Miteinander und jeder nahm den anderen in seine Welt mit, wenn es sich ergab.“

Und es ergab sich immer öfter. So beispielsweise, als in Poysdorf für die Inszenierung vom Weinviertler „Je:damaun“ ein Regisseur gesucht wurde und Elisabeth – selbst gerade mit Engagements eingedeckt – ihre Empfehung für Oliver abgab, der sich dann dabei auch mächtig und sehr erfolgreich ins Zeug legte. „Oliver ist ohnehin der bessere Regisseur“, meint Elisabeth Heller dazu anerkennend.

Aber nicht nur im Hintergrund des Geschehens machen die beiden eine gute Figur. Unter der Regie von Alexander Mitterer standen sie 2010 im Rahmen des Musiktheaters Mistelbach im Musical „Paris“ mit dem „A capella Chor Weinviertel“ als schöne Helena und Paris zusammen auf der Bühne. „Normalerweise wird das ja nicht so gern gesehen, dass Paare gemeinsam spielen, weil es da öfter Probleme gibt. Aber wir arbeiten extrem gut und sehr professionell zusammen, und Probleme gibt es bei uns keine, weil wir reden uns immer gleich alles aus.“

Zwischenzeitlich hat sich Oliver Timpe nicht nur von Lisi, sondern auch vom Weinviertel erobern lassen und so leben beide heute zusammen in Wolkersdorf, wo sich Elisabeth Heller auch im Gemeinderat für die Stadt engagiert.

Lisi und die Welt der Schlager

Immer wieder war Elisabeth Heller für die musikalische Begleitung von Weihnachtsfeiern im Seniorenheim gebucht, als der Heimleiter eines Tages die Idee hatte, man könnte doch auch kurzweilige Abende für die Senioren organisieren. Auf der Suche nach einem geeigneten Repertoire fiel die Wahl auf alte Schlager, die den Bewohnern in Erinnerung an ihre jungen Jahre wohl Freude machen könnten.

Oliver Timpe ließ sich für die Idee ebenso begeistern wie Chris Heller, der die beiden am Klavier begleitete. Das Programm kam nicht nur so gut an, dass die beiden in Altersheimen mittlerweile rund fünfzig Auftritte pro Jahr haben, sondern war auch bahnbrechend für das Duo „Lady Sunshine & Mister Moon“.

„Wir dachten uns, wenn das hier so erfolgreich ist, dann gibt es vielleicht generell Menschen, die diese fröhlichen musikalischen Erinnerungen an eine unbeschwerte Zeit gerne hören …

www.ladysunshine-mistermoon.net

Aus der Wein4tlerin Ausgabe Herbst 2017
Das könnte dir auch gefallen

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.