Kräuter & Brauchtum

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Kräuter & Brauchtum

Weil wir ja WEINVIERTLER Kräuterhexen (die Kraudara darf ich an dieser Stelle mal auslassen, weil in unserem Lehrgang nur Mädels sind) werden wollen, gab es heute eine Lektion rund um Kräuter und Brauchtum von Ing. Michael Staribacher, dem Projektentwickler bei der Agrar Plus GmbH und Autor des Weinviertler Dialektlexikons.

Bevor wir uns jedoch in diese Materie vertieften, stand noch eine spannende Exkursion auf dem Programm. Nur wenige Häuser weiter, hinter einem großen dunklen Holztor findet man nämlich – ziemlich versteckt – einen ganz besonderen Weinviertler Betrieb. Josef Stöger senior, der die Firma Stöger Öl 1986 als kleine Ölpresse gegründet hatte, führte uns höchstpersönlich durch den Betrieb in Neuruppersdorf, der mittlerweile zu einem respektablen, weltweit operierenden Unternehmen werden konnte. Die Liste der Öle, die hier aus Kernen und Saaten gepresst wird, ist ebenso lange wie überraschend. Denn neben den bekannten Ölen aus Kürbiskernen, Sonnenblumen, Walnüssen, Mandeln, Erdnüssen, Mohn, Raps, Lein und Sesam gibt es hier Spezialitäten, von denen wir noch nie gehört hatten. Pistazienöl, Chili- und Tomatenkernöl oder Weichselkernöl (!) stehen hier unter anderem auf der Produktliste, die uns Josef Stöger nicht ohne stolz überreicht, bevor er uns durch den Betrieb führt.

Eine beeindruckende Firmengeschichte, Exporte nach Australien, Amerika, Saudi Arabien und in viele europäische Länder – da wird sich die Wein4tlerin wohl um eine gesonderte Reportage bemühen müssen, um dieses Weinviertler Kleinod vorzustellen.

Wir angehenden Kräuterhexen jedenfalls sind wieder um ein Eckerl g’scheiter geworden und haben viel Neues erfahren. Zurück in unserem Stützpunkt verwöhnt uns Frau Leisser wieder mit einer Stärkung – Butterbrot mit Schnittling (Schnittlauch) – bevor wir uns ins Weinviertler Brauchtum vertiefen. Denn Pflanzen begleiten uns im Weinviertel das ganze Jahr über bei vielen Gelegenheiten und Festtagen. Begonnen mit dem Räuchern von Kräutern wie Wacholder, Soifa (Salbei), Beifuß und Johanniskraut zu den Raunächten  an den Schlankltagen (zwischen Weihnachten und den Heiligen Drei Königen), über die Osterbräuche bei denen vor allem der Buchsbaum im Vordergrund steht, bis hin zu Hochzeiten , an denen ein Rosmarin-Sträußchen für die Hochzeitsgäste ebensowenig fehlen darf, wie Sofriau (Safran) und Schnittlauch in der Suppe, haben wir viel Neues gelernt, das uns auch nach diesem Modul wieder ein Stückchen enger mit dem Weinviertel verbindet.

Ein paar Impressionen inklusive Butterbrot habe ich neben meiner Mitschrift auch heute geschafft:

7. Oktober 2013|Kommentare deaktiviert für Kräuter & Brauchtum